Tag 4 – Die Fanes-Tour
Lars 10. August 2009
Es gab wieder pünktlich um 7:00 Uhr Frühstück. Hendrik beschloss, doch in der “Großen Gruppe” mitzufahren und knallte sich gleich zwei seiner dubiosen Dopingdrinks. Abfahrt war kurz nach acht in Richtung St. Vigil, von wo aus man sich Richtung Pederü einradeln wollte. Laut BIKE – Magazin 9 km und 250 hm bis zum eigentlichen Tourstart an der Pederü – Hütte.
Lars stellte fest, das er zwar seine Trinkflasche gefüllt, aber in der Wohnung hat stehen gelassen. Dies sollte der Sache keinen Abbruch tun. Es war ziemlich kalt, noch etwas Nebel in den Bergen, oberhalb von ca 1800m hatte es über Nacht schon leicht geschneit. Auf dem Weg zur Pederü – Hütte konnte man schon erkennen, dass sich das Wetter heute etwas bessern wird und gute Sicht zu vermuten war. An der Pederü fand man auf einem Schild, dass gleich alle fünf Hütten auf der Tour geöffnet haben. Sollte sich nun das Blatt wenden, annehmbares Wetter und geöffnete Hütten?
Es ging los, zunächst folgte der Anstieg zur Fanes – Hütte, 6km bergauf auf schottrigen, aber guten Pisten, knapp 600 hm standen auf dem Plan. Ein kurzes Schiebstück war dabei, aber nicht aufgrund bescheidener Wegbeschreibungen, sondern aufgrund einer Baustelle. In den Höhen der Fanes – Hütte lag dann schön verteilt der erste Schnee, in den unsere Reifenprofile gepresst wurden. Die Sonne kam pünktlich zur Ankunft auf der Hütte raus. Es waren 3° C. Zuerst wurde die komplette Sonnenterasse in Beschlag genommen und auf allen verfügbaren Tischen, Bänken und Stühlen die nass geschwitzten Klamotten verteilt. Dann gab’s erstmal eine Brotzeit. Karsten verteilte etwas vom Inhalt seiner Trinkblase auf der Bank in der Hütte, wahrscheinlich benötigte er nicht mehr so viel für den Rest der Tour.
Nach der Stärkung ging es weiter, mittlerweile bei 7° C – immerhin. Ein weiterer Anstieg folgte sofort, bevor es dann weiter ging in das Fanestal, teils mit schwierigen bergab Passagen. Alle zuvor schwer erarbeiteten Höhenmeter wurden innerhalb weniger Kilometer vernichtet. Zwischendurch sind wir an einer Schlucht vorbeigekommen, die Thomas eigentlich nur im Vorbeiflug entdeckte. Schnell wurden ein paar Foto’s geschossen und ein bißchen Rast gemacht, dann gings weiter. Am Ende des Tals ging es dann gleich eine asphaltierte Strasse mit einer Steigung von ca 25% Richtung Rifugio Rastua. Von dort führte der Weg weiter durch das malerische Vallon Scuro. Dann folgte der letzte beschwerliche Anstieg in Richtung Rifugio Sennes, die aber nicht direkt angefahren wurde.
Ich kämpfte mich tapfer die Anstiege als Vorletzter bergauf. Als ich über eine Kuppe auf ein etwas flacher werdendes Stück kam, sah er in ca 300m Entfernung Hendrik kopfüber an einer Schranke hängen. Sichtlich irritiert wurde weiter gestrampelt und das “Erlebte” als eine seltsame, aber schön anzuschauende Rückenübung abgetan.
Nach kurzer Rast kurz oberhalb der “Hendrikschaukel” ging es weiter. Das verlassene Bergdorf Fodara Vedla wurde passiert. Nun folgte die letzte Abfahrt zurück zur Pederü – Hütte. Anfangs zwar steil, aber auf einem Waldweg noch fahrbar. Dieser Waldweg ging dann über in eine immer steiler werdende Betonstrasse. Es drängt sich die Frage auf, welches Auto dort lang fahren sollte, genauso wie die Frage, warum davon kein Wort in der Tourenbeschreibung des BIKE–Magazins stand. Aber runter mussten alle, es lag etwas Angstschweiß, gemischt mit Testosteron in der Luft, die Bremsen flehten unerhört um Gnade, aber letztlich kamen alle unverletzt wieder an der Hütte an. Danach folgte nur noch ein lockeres Ausrollen nach St. Vigil. Das sah dann so aus, das Thomas, Karsten, Hendrik und ich mit Geschwindigkeiten um die 40 – 50 km/h zurückflogen, Windschattenfahren testeten und ein kleines Rennen veranstalteten. Dies endete eigentlich nur mit vier völlig ausgepumpten Bike-Gestörten.
In der Unterkunft angekommen, gabs dann wieder Leckeres vom Grill, hier nochmals der Dank an die “Kleine Gruppe” für die Organisation. Dann klang der Tag wieder aus beim gemeinsamen Bilder anschauen, einem Bierchen, einer Moods und einem Schnaps.
- Vorwort
- Tag 1 – Die drei Zinnen Tour
- Tag 2 – Bindelweg mit Blick auf die Marmolada
- Tag 3 – Tour ohne Namen
- Tag 5 – Seiser-Alm und Langkofel
- Tag 6 – Back to the Roots – Drei Zinnen
- Fazit
- Biken in Südtirol 2006 , Reisen
- Keine Kommentare






