Tag 2 – Bindelweg mit Blick auf die Marmolada

Lars 10. August 2009

7:00 Uhr war wieder Frühstück. Blochi und Hendrik haben verschlafen, warum, möchte an dieser Stelle keiner wissen. Trotzdem haben es die beiden rechtzeitig an den Frühstückstisch geschafft. Hendrik sah auch wieder gut aus: er hatte über Nacht seinen flauen Magen kuriert. Geplant war die Bindelwegtour aus dem BIKE Magazin mit Blick auf die Marmolada (wurde versprochen). 22 Km stehen an und ca. 1086 Höhenmeter, davon die meisten am Stück direkt zu Beginn der Tour (Angaben laut BIKE Magazin). Nach der anstrengenden “Einrolltour” vom Vortag sollte nun etwas Leichteres angegangen werden.

Der Ausgangspunkt zu dieser Tour war die Ortschaft Canazei. Von dort aus wurde gestartet, immer den Passo Pordoi entlang. Diese längere Asphalt – Bergauf Strasse gehört zum Teil einer Etappe des Giro d’Italia. Nach circa elf Kilometern wurde das Hotel Pordoi erreicht und eine kleine Rast eingelegt. Zwischenzeitlich hatte die kleine Gruppe schon die erste Panne (Loch im Schlauch bei Kerstin). Frisch gestärkt führte nun wieder Schotterweg quer und teilweise sehr steil durchs Skigebiet zum Rifugium Belvedere. Hier war schon fast der höchste Punkt der Tour erreicht, es war ziemlich windig. Von der Belvedere – Hütte ging es dann zur Federola – Hütte, bereits auf diesem Weg gab es einige schöne Aussichten.

Leider stellte sich das Wetter so ein wie am Vortag, die Marmolada war direkt neben uns, aber fast komplett im Nebel. Die Tour führte weiter zur Bindelweghütte und von dort zum Fedaia Stausee. Das schlechte Wetter und die weniger gute Aussicht wurden wenigstens etwas entschädigt durch den Bindelweg selbst. Dieser Teil der Strecke war ein ca. 0,5m breiter Weg, der ein paar Meter unterhalb des Kammes direkt am Berg entlang führte und allen viel Spaß bereitete. Leider wurde die Fahrt zum Stausee kurz unterbrochen, ich hatte eine Panne (Mutter vom Ritzelpaket locker), die von Thomas und Raino fachmännisch behoben wurde. Dann konnte es weiter gehen. Das Ende des Bindelwegs bestand in der Abfahrt zum Fedaiasee. Im BIKE – Magazin wird dieses Teilstück folgendermaßen beschrieben: “…, fällt der Weg steil zum Rifugio Castiglioni ab. Schweres Geröll macht das Bremsen zusätzlich schwer. Doch kurz vor der Staumauer des Fedaiasees können auch weniger versierte Fahrer wieder in den Sattel steigen.” Naja, bezeichnen wir das mal als “Pressefreiheit”. Es hieß wieder tragen, das komplette Stück. Es ging steil bergab, teilweise über meterhohe Stufen, für uns also unfahrbar. Selbst ohne Fahrrad hat man da Schwierigkeiten gehabt, wie uns durch einige Wanderer dokumentiert wurde. Und wir haben gelernt, dass wir lt. BIKE nicht einmal zu den “weniger versierten Fahrern” gehören. Für alle, die diese Tour einmal fahren möchten, noch der Hinweis: Dieser Bergab-Weg endet direkt auf einer befahrenen Straße – und ich meine direkt. Also rechtzeitig absteigen!

Nach einer kurzen Rast in einer Kneipe ging es dann auf der Strasse zurück nach Canazei. Hier konnte man sich nochmals bergab auspowern und richtig Gas geben. Diese letzten Schlusskilometer sorgten dann dafür, das am Ende alle mit einem fetten Grinsen am Auto wieder ankamen.

Abends gab’s dann Spaghetti, der Tag klang aus mit einem Bierchen, einer Moods und einem Schnaps. Blochus stellte später die Frage in den Raum, ob man auf Milch kotzen kann…

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